Spinnenliebe



Die Spinnendame Adelheid begann ihr Netz zu spinnen,

da nähert sich in Liebesglut ein Männchen sanft von hinnen.


Ich will nur dich, rief er verzückt, von Leidenschaft besessen,

doch nach der ersten Liebesnacht hat sie ihn aufgefressen.


Cornelia Rose



Ein Ei im Mai



Es ging am Strand spazieren,
in Pink und ganz kokett,
so wie an jedem Morgen
das Fräulein Alouette.

Sie trug an höchster Spitze,
es war im Monat Mai,
ein Hütchen gegen Hitze
und in der Hand ein Ei.

Es passte ganz vollkommen,
so fand das schöne Maidchen,
in farbenfrohen Wonnen
zu ihrem hübschen Kleidchen.

Mein Fräulein darf ichs klagen,
nun gut, ich bin so frei,
das schöne Fest der Hasen
ist lange schon vorbei.

Cornelia Rose



Trude Schmid

Ich geh ins Bett, so recht vergnügt,
ich möchte etwas lesen,
da seh ich an der gelben Wand
ein schwarzes Spinnenwesen.

Und weil es gar so widerlich,
und ich voll Unbehagen,
nehm ich die Zeitung schnell zur Hand
und will das Biest erschlagen.

Jedoch, dies schauerliche Ding
beginnt sofort zu flitzen
verschwindet ohne Weiteres
in Luken und in Ritzen.

Ich kann nicht schlafen, träume schlecht,
das ist
recht ungesund,
unglaublich, dieses kleine Ding
ist ganz allein der Grund.

Und weil ich sie nicht leiden kann
such ich nach ihr ab Acht,
dass sie mit mir das Zimmer teilt
weckt meine Niedertracht.

Ich hol das Marmeladeglas,
den Schuh aus meinem Schrank,
was ich auch tu, ich krieg sie nicht,
ich fühl mich nervenkrank.

Seit einer Woche renne ich
dem Biest nun hinterher

und stell mit Unbehagen fest,
auch Spinnen habens schwer.

Denn mit den Zeiten, mit den Tagen,
wird sie mir so vertraut,
wie sie da hinter meinem Schrank
so um die Ecke schaut.

Allmählich schlaf ich wieder besser,
nenn sie nun Trude Schmidt,
dass sie so ständig auf der Flucht ist,
nimmt mich jetzt langsam mit.

Nun Trudchen, also lass ich Dich,
in Freundschaft hier verweilen,
und hoff, du willst ob dieser Gunst
nicht auch mein kuschlig warmes Bett am Ende mit mir teilen.

Cornelia




Frühlingslaune

Es liegt das Gras so frisch gewaschen,
vor mir im frühen Sonnenschein,
ich seh die erste Hummel naschen,
aus einem Kelch, so blütenfein.

Und winzig kleine Mücken steigen
dort überm Teich zur Morgenzeit,
wo sich die Weiden vornehm neigen
und warten auf ihr Frühlingskleid.

Im Grase sitzt die braune Kröte,
sie blässt die Backen kugelrund,
ein kecker Faun spielt leise Flöte,
noch unsichtbar zu dieser Stund.

Aus jedem Busch, aus jedem Baume,
es zwitschert, trällert, tiriliert,
die kalte Zeit versinkt im Traume,
kein Wesen mehr, das jetzt noch friert.

Selbst meine süße, schwarze Katze
wagt sich nun wieder aus dem Haus,
sie schnuppert an der ersten Blüte,
sie wartet auf die erste Maus.

Eine Krähe in den Zweigen
kreischt so laut wie nie gehört.
Aber jetzt im Frühlingsreigen
gibt es keinen, den das stört.

Der liebe Lenz ist wie ein Fest,
die ersten Knospen schon in Sicht,
die Vögel bau´n vergnügt ihr Nest,
im Garten blühn Vergißmeinnicht.

Das nenn ich einen Musentag,
wo Träume in den Blüten liegen,
wo ich nach keiner Stunde frag
und Reime wie die Wolken fliegen.

Und ich gucke, und ich staune,
durch die Welt, wie Wasserblasen,
kugelt frische, gute Laune,
durch die Häuser, übern Rasen.

Springt in allerkleinste Fenster,
kullert übern Gartenweg,
frisst die letzten Frostgespenster,
purzelt bis zum Ufersteg.

Dieses Knospen, dieses Sprießen,
schenkt so pralle, frohe Laune,
gern würd ich den Lenz begrüßen
mit den Klängen der Posaune.

Da mir solches nicht zu Eigen,
lach ich dem Frühling ins Gesicht,
ich werde knicksen, mich verneigen
und schenk ihm huldvoll dies Gedicht.

Cornelia



Fliegenliebe

Zwei Fliegen in meiner Küche,
die können einander nicht lassen.
Sie fliegen von Teller zu Teller,
sie landen auf meinen Tassen.

Sie lieben sich unermüdlich,
auf Töpfen, am Schrank und im Siebe.
Ich könnte sie niemals erschlagen,
wie schön ist die Fliegenliebe.

Ich sehe ihr kleines Leben
und ihre winzigen Köpfchen,
wie sie sich nach Nachwuchs sehnen,
genau auf dem Honigtöpfchen.

Doch wenn sie dann in Scharen,
in meinem Küchenzimmer,
sich weiterhin so paaren,
dann wird die Sache schlimmer.

Wenn brummend sie mit Kindern
bevölkern alle Scheiben,
werd wild ich um mich schlagen
und lauthals sie vertreiben.

Somit kann ich erkennen,
zu zweit wirkt man oft friedlich,
doch tritt man auf in Scharen
wirds eher ungemütlich.

Cornelia



      

"Juliette, das kleine Tag-Gespenst"

Ich bin Juliette, ein Tag-Gespenst,
ich hab so Angst im Dunkeln,
ich leg mich lieber in mein Bett,
wenn Papas Augen funkeln.

Der geistert Nachts durch dunkle Räume
und ächzt und stöhnt, oh Graus.
Da zittern alle Schloßbewohner
und rennen aus dem Haus.

Und meine Mama in der Küche,
die kann es auch nicht lassen,
sie schwebt durch alle Hängeschränke
und klappert mit den Tassen.

Mein Opa mit der Fledermaus,
weht übers düstre Grab,
zum Friedhof komm ich niemals mit,
weil ich so Bammel hab.

Und wißt Ihr was die Oma macht?
Die klappert mit den Zähnen
bis alle Schloßbewohner sich
schon nach dem Morgen sehnen.

Bei Vollmond und um Mitternacht
da kreischen meine Tanten,
da heult auch Onkel Jaulkopf mit
und all meine Verwandten.

Doch wenn mein lauter Wecker klingelt,
dann werd ich langsam munter,
ich fliege zu den Wolken hin
und schwebe rauf und runter.

Und wenn ich auf zum Himmel steig,
dann muss ich immer lachen,
denn alle Kinder denken nun,
ich wär ein kleiner Drachen. 

Cornelia


"Windgesang"

Komm Bruder Wind und singe
und lade uns zum Fest,
und schwinge und wehe und hauche,
Du bist`s, der uns tanzen lässt.  

Wir haben lang geschlafen
im dunklen Erdentief,
bis uns der Frühling küsste
und leise nach uns rief.  


Die Nacht schenkt ihren Schatten,
am Tag liebkost die Sonne,
der Regen trifft uns sacht
und kitzelt uns mit Wonne.  


Nun sind wir hoch gewachsen,
so zart, so sanft, so schön,
und lachen in den Himmel
und sehn die Blumen stehn.  


Die Grasfee kommt geflogen,
ein elegantes Schweben,
sie wohnt in unsrer Seele
und liebt das Sommerleben.  


Komm Bruder, komm und schenke
uns einen süßen Klang
und lass uns alle tanzen
zu Deinem Windgesang.  


       Cornelia         


"Morgenwiese"  

 Und es glitzert auf der Wiese,
 
wenn die Sonne steigt im Osten,
 eine leichte Morgenbrise
 läßt mich dieses Leben kosten. 

Diese Farben, diese Düfte
und der Gräser zartes Wehen,
Vögel zwitschern durch die Lüfte,
Wolken fliegen und vergehen.


Fühlen, spüren, leises Staunen,
fröhlich, frische Morgenstunden,
hör ein kleines Bächlein raunen,
bin im Herzen tief verbunden.

Höre Zwerge, Geister, Faune,
wispern, flüstern, pfeiffen,
alle haben gute Laune,
und die Elfen tragen Schleifen.


Sinnlich schwingt die Schaukelfee
unter einem Baum,
und der saftig grüne Klee
glänzt im Morgentraum.


Möchte nicht nach Hause gehen,
möchte noch verweilen,
nur auf dieser Wiese stehen
und die Freude teilen.


Cornelia


"Tautropfen"

Wie stark vergangne Mächte walten,
ein Blick zurück im Sehnen,
wo Licht und Schatten sich gestalten
und Meere sind von Tränen.

So wie ein Schmetterling am Morgen
im Fluge sich entzieht,
blieb meiner  Seele tief verborgen,
warum ein Traum entflieht.

Doch wie der Tau im frühen Licht
nur Augenblicke strahlt,
schrieb mir mein Leben ein Gedicht,
wie flüchtig hingemalt.

Es wies mich an dort hinzusehn
wo mich das Leben liebt,
ich nahms ins Herz, um zu gestehn,
dass es mir soviel gibt.


Cornelia





"An meinen Vater"

Und auf einmal wirft die Sehnsucht
ihren Schleier auf mein Herz.
Und Erinnerungen fliegen
mit dem Toten himmelwärts.

Lachen, weinen, warten, Nähe,
und ich fühle, es war gut.

Abenteuer, Künstlerstaunen
und ein Sack voll Übermut.


Poesie weht durch die Räume,
voll von Gaben ist mein Haus.
Nein, Du bist mir nicht genommen,
Du gehst nur ein Stück voraus.


Cornelia





"Traumwächter
"

Das Mondlicht blitzt am Fenster,
Dein Traum weht durch die Nacht.
Ein Schatten wirft Gespenster 
Du wirst von mir bewacht.


Bin Hüter Deiner Träume,
gehöre nur zu Dir,
die schlechten schick ich weiter,
die guten bleiben hier.

                                                                                    
  
            

               Cornelia          
     




"An mein Kind"

So wie ein klarer Quell entspringt,
begann es einst,  Dein Leben.
Kaum dass die Spinne Fäden spinnt,
lang dauert nie ihr weben.


Ein Lebensjahr,  ein Flügelschlag,
was ist das nur, die Zeit.
Wie lang mit Dir ein Sommertag,
wie kurz die Ewigkeit.

                                                                                                   
                                   Gleich dieser Quelle bist auch Du,                                        
                                                            bist klar und hell und rein.                                                              
Und unablässig ohne Ruh,
                                                    spielst Du mit Kieselstein.           
                                         

So vieles kann Dein Wasser trüben,
Du musst es mir verzeihn,
ich muss es immer wieder üben,
ein guter Mensch zu sein.


Und selbst als Bächlein glitzerst Du,
als sei Dein Grund Kristall,
und immer spiegelt sich darin
der gelbe Sonnenball.


Bald wirst Du groß und mit den Zeiten,
nimmst Du in Deinen Lauf
von allen Ufern, allen Seiten,
die Flüsse in Dir auf.


Ziehst hin zum Meer, das Dich verschlingt,
bist Tropfen nur im großen Teich.
Doch wenn die Welle Lieder singt,
durch Dich, da ist sie reich!

Cornelia

      


"Frühlingsgedicht"


Im Frühling, wenn die Knospe platzt
und die jungen Triebe keimen,
will ich, wie jeder Fabulus,

die schöne Welt zusammenreimen.


Ich wandel unter blauem Himmel
und warte auf den Musenkuss,
weil jedes große Dichterwort
unweigerlich sich reimen muss.


Die Amsel badet in der Pfütze,
ein Pilz steht stolz am Waldeshain,
ein Bussard seine Kreise zieht,
nur mir fällt überhaupt nichts ein.


Ich schieb die Worte hin und her,
da kommt etwas von oben,
ich glaub, es war ein Vogelschiss,
man soll den Frühling loben!

Ein Schöngeist lässt sich nicht beirren,
es drängt die Poesie,
ich stolper über einen Ast,
jetzt schmerzt auch noch mein Knie.


Bald seh ich es, das große Loch
in meiner neuen Jacke,
dann spür ich einen großen Schmerz,
es ist die Mücke auf der Backe.

Doch weils mich nach Erfüllung drängt,
spür ich auch Regen nicht,
jetzt stürmt es schon, es peitscht der Wind,
ich schreibe mein Gedicht!


Wie flüchtig ist die Poesie,
vom Regen meine Haare triefen,
mein Blatt wird langsam regenschwer,
und statt zu reimen muss ich schniefen.

Mich fröstelt nun, es brodelt schon
die Wut in meinem Bauch,
ich nehme jetzt ein heißes Bad,

denn kalte Füße hab ich auch.

Ach, der Frühling kann mich mal,
ich glaub es ist gescheiter,
ich lass die ganze Dichterei
und schreib im Sommer weiter.

So lässt sich eben nicht bestreiten,
selbst der Frühling hat zwei Seiten!


Cornelia


           

"Dichterleben"

Dichterleben voller Freude,
Dichterleben voller Gück,
mit dem Fahrrad durch die Heide
und die Welt entrückt ein Stück.

Eine Wiese lockt zum Rasten,
Bäume mit den Zweigen winken,
keine Eile und kein Hasten,
ganz in Stille hier versinken.

Nur die Hummel brummt gemütlich,
zarte Blätter rascheln leise,
weiße Wolken ziehen südlich,
und ein Bussard seine Kreise.

Dieser Baum ist meine Lehne,
diese Erde ist mein Grund,
wenn ich mich nach garnichts sehne
ist das Glück stets kugelrund.

Kitzelnd krabbeln kleine Käfer
über meine warme Haut,
in der Ferne steht ein Schäfer
der nach seiner Herde schaut.

Verse wie vom Wind getragen,
lassen meinen Bleistift gleiten,
Sommersonne schafft Behangen
und es füllen sich die Seiten.

Aber eines muss ich klagen,
kommt ein kleiner Gnom und grient.
so als wollte er mich fragen:
"Womit hast Du das verdient?" 

Cornelia


"Deshalb"

Wenn ich noch mal zur Erde käme
und könnt mir wünschen wie,
dann wär ich ausgesprochen schön
und hätte viel Esprit.

Ich säß an einem großen Flügel
und spielte Melodeien
und ließ mich ohne Widerstand
von einem Prinzen freien.

Ich wandelte in einem Park,
so zwischen Rosenhecken
und spielte mit den Feen und Faun
im Morgenlicht Verstecken.

In meinem glitzernd schönen Schloss
gäb ich die größten Feste,
da kämen wie im Märchenbuch
nur zauberhafte Gäste.

Ich wär als Königin des Landes
so klug wie alle Weisen,
und könnt in einer Seifenblase
in ferne Länder reisen.

Die Guten würden stets erlöst,
so ließ ich es geschehen,
und durch mein rosa Zauberglas
könnt ich Verborgnes sehen.

Doch ach, die Sache stellt sich anders,
ich muss darauf verzichten,
so schreib ich weiter wie bisher
und denk mir die Geschichten.


Cornelia  


"Möwenglück"

Es war, ihr werdet es kaum glauben,
an einem Tag im Märzen,
da tret ich raus auf den Balkon
mit freudig, frohem Herzen.

Die Sonne scheint auf meine Kräuter,
doch da, im Schnittlauchtöpfchen,
ich traue meinen Augen kaum,
schaut so ein Möwenköpfchen.

Oh Himmel, dieses Vögelchen
hat sich doch arg verflogen,
auch wenn es kaum zu glauben ist,
ich hab hier nicht gelogen.

Nun sitzt es da, so sehr erschöpft
und schaut mich an, oh Graus,
als wollt es sagen: "Liebe Frau,
ich find nicht mehr nach Haus."

So bleibt nur eins, was soll ich tun,
die Möwe muss zurück!
Ich zieh mit ihr ans große Meer
und teil das Möwenglück!


Cornelia 


"Katzenglück"

Ach, ist das manchmal unbequem,
will ich des Abends Filme sehn.

Wie gern würd ich die Beine strecken,
mich von links nach rechts mal recken.

Mich ganz genüßlich aalen, räkeln,
so nach einer Stunde häkeln.

Auch die Decke hätt ich gerne,
weil ich so für Wärme schwärme.

Selbst übers häßlichste Plumeau
wär ich zu dieser Stunde froh.

Aber nein, es soll nicht sein!
Denn 8/10 der Matratze,
ja genau - gehör´n der Katze!


Cornelia 


"Logik"

Der Tod, er kommt von ganz alleine,
da kannst du gar nichts tun.
Er kommt zum Menschen und zum Schweine,
selbst zum verrückten Huhn.

Drum gilt es eines anzustreben,
bevor er anklopft - weiterleben!


Cornelia



(Undine von John William Waterhouse)

"Undine"

Einst spielt mit einem Fischerboot
das stürmend, graue Meer
und das Brausen und das Donnern
ruft Nymphengeister her.

Doch des Wassermannes Zacken,
erbarmungslos und rauh,
den Fischer wolln am Schopfe packen
und ziehn ins wilde Grau.

Und wie er so nach Beistand rief,
erscheint, wie traumverloren,
aus diesem wasserdunklen Tief
ein Weib, aus Schaum geboren.

Ich leite dich zum Ufer hin,
du kannst mir blind vertrauen,
nichts anderes hab ich im Sinn
wie alle Wasserfrauen.


Oh nein, ihr trügerischer Sinn,
er kann mich nicht verführen,
geb ich mich ihren Worten hin,
werd ich mein Herz verlieren.

Er wirft sie in die Flut zurück,
zum Grunde soll sie tauchen,
für seine Rückkehr, für sein Glück
ist sie nicht zu gebrauchen.

Wie sie so mit den Wellen weint
und mit den grauen Fluten ringt,
wird er mit einem Fluch vereint
bevor der Tag im Meer versinkt.

Und unter allen Meereschören,
mit Singen, Lachen, Flöten,
ist laut Undines Ruf zu hören,
er spürt, sie will ihn töten.

Auf weißem Schaume tanzt die Schöne,
sie wirbelt, lockt, so Feen gleich,
und sie flüstert sanfte Töne:
Komm mit mit in mein Wasserreich.


Von den Rufen auf den Wogen
berauscht, verzaubert, ohne Wehr,
fühlt er ins Dunkle sich gezogen
und die Nacht wird bleiern schwer.

Jammernd, klagend weint der Wind,
denn zur vollen Mondesstund,
wenn die Meere gülden sind,
zieht die Nixe ihn zum Grund.

Und das Boot es schwankt und wankt,
taumelt sich dem Strande zu,
um den Fischer wird gebangt,
doch das Meer kommt nicht zur Ruh.

Und wenn durch manche Sturmesnacht
ein zarter Klang zum Ufer zieht,
geheimnisvoll, mit Zauberkraft
ist es Undines Todeslied.

Cornelia




"Einer dieser Tage"

Schon früh um sieben wußt ichs genau,
der Tag bleibt bescheiden,
ich mach heute blau.

Ich steig aus dem Bett, ich steig wieder ein,
ich steig wieder aus,
ich stoß mich am Bein.

Ich möcht heute heulen, ich möcht heute lachen,
genauer gesagt,
möcht ich gar nichts mehr machen.

Ich nehme ein Tuch, es kommt grade recht
für den Spiegel im Bad,
denn sonst wird mir schlecht.

Ich hole mir Brötchen, der Magen bleibt zu,
das Telefon klingelt,
ach, lasst mich in Ruh.

Der Tee, den ich trinke, fließt über die Decke,
der Erfinder meint wohl
sie erfüllt ihre Zwecke.

Ich möchte zum Meer, zu den Büschen und Weiden,
ich will wieder heim,
ich kann mich nicht leiden.

Ich treff meinen Nachbarn, ich fand ihn schon netter,
heut ist er komisch
und schuld am Wetter.

Ich öffne ein Buch, es handelt vom Glück,
ich find es verlogen
und bring es zurück.

Zum Tanzkurs am Abend, da geh ich nicht hin,
bei meinem Getrampel
hat das keinen Sinn.

Mein Arzt sagte neulich ich sei kerngesund,
mir hilft das nicht weiter,
ich fühl mich am Hund.

Ich hol einen Stift und kritzle herum,

ich streiche es durch,
ich finde mich dumm.

Ich suche den Schnaps und keiner im Haus,
mit so einem Fäßchen
da hielt ich es aus.

Das ist nicht dein Tag, so spricht man zu mir.
Da frag ich bescheiden:
Was macht er dann hier?

Cornelia